Deutscher Gewerkschaftsbund

16.11.2013

Arne Beppler zum DGB-Kreisvorsitzenden im Lahn-Dill-Kreis gewählt

DGB-Kreisdelegiertenkonferenz beschäftigte sich mit psyschischen Erkrankungen durch Arbeitsstress

Gute Arbeit tut not - Anti-Stress-Verordnung

Der DGB-Kreisvorstand Lahn-Dill. Von links: Holger Schmidt (GdP), Karl Walter Lemp (IG BCE), hinter ihm: Joachim Hahlgans (ver.di), Erich Wege (IG BAU), Ernst Richter (gewählter DGB-Kreisvorsitzender bis 14.11.2013), Wilfried Roeb (NGG), Andrea Theiß (IG Metall), Walter Schäfer (GEW) und Arne Beppler (gewählter DGB-Kreisvorsitzender seit dem 14.11.2013) Ulrike Eifler

Der DGB-Kreis Lahn-Dill führte am 14. November seine Kreisdelegiertenkonferenz durch. Die 24 Delegierten der DGB-Gewerkschaften haben mit großer Mehrheit Arne Beppler (IG Metall) zu ihren neuen Vorsitzenden gewählt. Der 56-jährige Beppler ist Betriebsratsmitglied und Schwerbehindertenvertreter bei Pfeiffer Vacuum in Aßlar. Die Konferenz stand unter dem Motto »Gute Arbeit tut not«. Konkret ging es dabei um die psychischen Belastungen durch zunehmenden Arbeitsstress. Hierzu sprach Andrea Fergen vom IG Metall Vorstand und Gesundheitsexperten/-innen aus Krankenkassen, Gewerkschaften und Betriebsräten.

Zunächst hielt Landrat Wolfgang Schuster ein Grußwort. Er sprach sich für eine Rückbesinnung bei der Gestaltung der Arbeitswelt aus. Die Deregulierungen des vergangen Jahrzehnts hätten nicht nur immer mehr Menschen in Armut gebracht, sondern in zunehmenden Maße die kommunalen Haushalte belastet. Dabei würdigte er das Engagement der Gewerkschaften und des DGBs für die gemeinsamen Aktionen in den vergangen Jahren, um auf die notwendigen Unterhaltszahlungen für Menschen aufmerksam zu machen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben könnten. Schuster plädierte für den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.

Der bisherige DGB-Kreisvorsitzende Ernst Richter hielt den mündlichen Geschäftsbericht des DGB-Kreisvorstandes. Dabei würdigte er die DGB-Satzungsreform von 2010, mit der die Einrichtung von DGB-Kreis- und Stadtverbänden für alle Landkreise und kreisfreien Städte beschlossen worden war. Richter wörtlich: »Die Neugründung von DGB-Kreis- und Stadtverbänden für alle Landkreise und kreisfreien Städte war ein richtiger und notwendiger Schritt für die Rückkehr des DGB in die Fläche. Die DGB-Regionen waren anonyme, großflächige Kunstprodukte, die dem Anspruch nicht Rechnung tragen konnten, den DGB in der Fläche zu vertreten. Sicherlich kann an der Arbeit, die wir in den letzten zwei Jahren geleistet haben, einiges verbessert werden. Aber ich stelle fest:

  • Seit unserer Präsenz im Lahn-Dill-Kreis und durch die von uns initiierten Aktivitäten wird das politische Dach der Gewerkschaften lokal in der Öffentlichkeit, bei den politischen Repräsentanten und durch die Medien erheblich besser wahrgenommen.
  • Mit den Akteuren des DGB-Kreises werden dem politischen Dachverband der Gewerkschaften Gesichter und Namen verliehen. Dafür danke ich allen Mitgliedern des DGB-Kreisvorstandes, die sich auf der Grundlage ehrenamtlichen Engagements gewerkschaftsübergreifend für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt haben
  • Dieses ehrenamtliche Engagement braucht logistische und organisatorische Unterstützung und Förderung. Dabei hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem ehrenamtlich wirkenden Kreisvorstand und der DGB-Regionsbüro für Mittelhessen als Geschäftsführung für die mittelhessischen DGB-Kreise bewährt. Ich danke Ulrike Eifler und Matthias Körner und Gönül Ekinci.«

Andrea Fergen, Ressortleiterin für Gesundheits- und Arbeitsschutz beim IG Metall Vorstand stellte die »Anti-Stress-Verordnung – Eine Initiative der IG Metall« vor. In einer anschließenden Expertenrunde ergänzten Carsten Helm, Leiter des Service-Regionalzentrum der DAK in Wetzlar und Willi Haase-Hansmann, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch Thermotechnik in Eibelshausen die von Fergen begründete Notwendigkeit, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen als das was sie sind. Fergen: »Wenn einer seinem Nachbarn erzählt, dass er krank geschrieben sei, weil ihm das Kreuz weh tue, hat jeder Verständnis«. Anders wäre das aber bei psychischen Erkrankungen. Aus den Reihen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde mehrfach angemerkt, dass psychisch Erkrankte oft von den Krankenkassen telefonisch befragt würden, was denn nun mit ihrer Krankheit sei und wie lange es denn noch dauern würde. Andrea Fergen hielt ein derartiges Vorgehen durch Krankenkassen für völlig unakzeptabel und außerdem für kontraproduktiv. Moderiert wird die Gesprächsrunde durch Andrea Theiß, stellv. Vorsitzende des DGB-Kreises und Sekretärin der IG Metall in Herborn.

Weitere Informationen zu Arne Beppler

Bilder von der Kreisdelegiertenkonferenz am 14.11.2013 in Ehringshausen-Katzenfurt:


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16.11.2013

Arne Beppler zum DGB-Kreisvorsitzenden im Lahn-Dill-Kreis gewählt

DGB-Kreisdelegiertenkonferenz beschäftigte sich mit psyschischen Erkrankungen durch Arbeitsstress

Gute Arbeit tut not - Anti-Stress-Verordnung

Der DGB-Kreisvorstand Lahn-Dill. Von links: Holger Schmidt (GdP), Karl Walter Lemp (IG BCE), hinter ihm: Joachim Hahlgans (ver.di), Erich Wege (IG BAU), Ernst Richter (gewählter DGB-Kreisvorsitzender bis 14.11.2013), Wilfried Roeb (NGG), Andrea Theiß (IG Metall), Walter Schäfer (GEW) und Arne Beppler (gewählter DGB-Kreisvorsitzender seit dem 14.11.2013) Ulrike Eifler

Der DGB-Kreis Lahn-Dill führte am 14. November seine Kreisdelegiertenkonferenz durch. Die 24 Delegierten der DGB-Gewerkschaften haben mit großer Mehrheit Arne Beppler (IG Metall) zu ihren neuen Vorsitzenden gewählt. Der 56-jährige Beppler ist Betriebsratsmitglied und Schwerbehindertenvertreter bei Pfeiffer Vacuum in Aßlar. Die Konferenz stand unter dem Motto »Gute Arbeit tut not«. Konkret ging es dabei um die psychischen Belastungen durch zunehmenden Arbeitsstress. Hierzu sprach Andrea Fergen vom IG Metall Vorstand und Gesundheitsexperten/-innen aus Krankenkassen, Gewerkschaften und Betriebsräten.

Zunächst hielt Landrat Wolfgang Schuster ein Grußwort. Er sprach sich für eine Rückbesinnung bei der Gestaltung der Arbeitswelt aus. Die Deregulierungen des vergangen Jahrzehnts hätten nicht nur immer mehr Menschen in Armut gebracht, sondern in zunehmenden Maße die kommunalen Haushalte belastet. Dabei würdigte er das Engagement der Gewerkschaften und des DGBs für die gemeinsamen Aktionen in den vergangen Jahren, um auf die notwendigen Unterhaltszahlungen für Menschen aufmerksam zu machen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben könnten. Schuster plädierte für den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.

Der bisherige DGB-Kreisvorsitzende Ernst Richter hielt den mündlichen Geschäftsbericht des DGB-Kreisvorstandes. Dabei würdigte er die DGB-Satzungsreform von 2010, mit der die Einrichtung von DGB-Kreis- und Stadtverbänden für alle Landkreise und kreisfreien Städte beschlossen worden war. Richter wörtlich: »Die Neugründung von DGB-Kreis- und Stadtverbänden für alle Landkreise und kreisfreien Städte war ein richtiger und notwendiger Schritt für die Rückkehr des DGB in die Fläche. Die DGB-Regionen waren anonyme, großflächige Kunstprodukte, die dem Anspruch nicht Rechnung tragen konnten, den DGB in der Fläche zu vertreten. Sicherlich kann an der Arbeit, die wir in den letzten zwei Jahren geleistet haben, einiges verbessert werden. Aber ich stelle fest:

  • Seit unserer Präsenz im Lahn-Dill-Kreis und durch die von uns initiierten Aktivitäten wird das politische Dach der Gewerkschaften lokal in der Öffentlichkeit, bei den politischen Repräsentanten und durch die Medien erheblich besser wahrgenommen.
  • Mit den Akteuren des DGB-Kreises werden dem politischen Dachverband der Gewerkschaften Gesichter und Namen verliehen. Dafür danke ich allen Mitgliedern des DGB-Kreisvorstandes, die sich auf der Grundlage ehrenamtlichen Engagements gewerkschaftsübergreifend für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt haben
  • Dieses ehrenamtliche Engagement braucht logistische und organisatorische Unterstützung und Förderung. Dabei hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem ehrenamtlich wirkenden Kreisvorstand und der DGB-Regionsbüro für Mittelhessen als Geschäftsführung für die mittelhessischen DGB-Kreise bewährt. Ich danke Ulrike Eifler und Matthias Körner und Gönül Ekinci.«

Andrea Fergen, Ressortleiterin für Gesundheits- und Arbeitsschutz beim IG Metall Vorstand stellte die »Anti-Stress-Verordnung – Eine Initiative der IG Metall« vor. In einer anschließenden Expertenrunde ergänzten Carsten Helm, Leiter des Service-Regionalzentrum der DAK in Wetzlar und Willi Haase-Hansmann, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch Thermotechnik in Eibelshausen die von Fergen begründete Notwendigkeit, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen als das was sie sind. Fergen: »Wenn einer seinem Nachbarn erzählt, dass er krank geschrieben sei, weil ihm das Kreuz weh tue, hat jeder Verständnis«. Anders wäre das aber bei psychischen Erkrankungen. Aus den Reihen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde mehrfach angemerkt, dass psychisch Erkrankte oft von den Krankenkassen telefonisch befragt würden, was denn nun mit ihrer Krankheit sei und wie lange es denn noch dauern würde. Andrea Fergen hielt ein derartiges Vorgehen durch Krankenkassen für völlig unakzeptabel und außerdem für kontraproduktiv. Moderiert wird die Gesprächsrunde durch Andrea Theiß, stellv. Vorsitzende des DGB-Kreises und Sekretärin der IG Metall in Herborn.

Weitere Informationen zu Arne Beppler

Bilder von der Kreisdelegiertenkonferenz am 14.11.2013 in Ehringshausen-Katzenfurt:


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