Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01 - 14.09.2017

Aussitzen und weiter so ist beim Thema Rente keine politische Option

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Der DGB Mittelhessen setzt ein Zeichen für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik Ulf Immelt

Aussitzen und weiter so ist beim Thema Rente keine politische Option


Gewerkschafter aus der Region Mittelhessen und der DGB in der Region haben kürzlich im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages sämtliche politischen Parteien aufgefordert, unverzüglich zu handeln, um die Rente der Zukunft zu sichern. Alle Gewerkschaftsaktivisten waren sich dabei einig:

 

"Wir brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die Rente muss auf dem jetzigen Niveau von 48 Prozent stabilisiert werden und schrittweise auf 50 Prozent angehoben werden. Zudem müssen der steuerliche Bundeszuschuss für die Rentenkasse erhöht und die Tarifbindung gestärkt werden. Es darf nicht sein, dass künftig Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - sowohl die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben - am Ende nicht mit ihrer Rente über die Runden kommen".

Das ein Handlungsbedarf besteht wird anhand der aktuellen Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung deutlich, die aufzeigen, dass ein Arbeitnehmer beim aktuellen Rentenniveau von 48% bei 45 Beitragsjahren und Vollzeit 11,42 Euro verdienen muss, um über das Grundsicherungsniveau zu kommen. Wird das Rentenniveau wie bisher vorgesehen auf 42 % gesenkt, muss der gleiche Lohnabhängige einen Stundenlohn von 13,06,- Euro erhalten um über die Grundsicherung zu kommen.

 

Am Beispiel einer Pflegefachkraft, die nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes ( der deutlich besser als andere Tarifverträge ist ) bezahlt wird, verdeutlichen die DGB Vertreter die Problematik. Beim jetzigen Rentenniveau muss die oben genannte Pflegefachkraft 23 Jahre Vollzeit arbeiten, um eine Rente knapp über der Grundsicherung zu erhalten. Bei einem zukünftigen Rentenniveau von nur 42% sind es 29 Jahre.

 

Dr. Ulf Immelt, Gewerkschaftssekretär DGB Mittelhessen sagte: "Es geht vor allem um eine starke gesetzliche Rente, bei der die Leistungen stimmen. Wegducken oder Aussitzen und weiter so sind keine politischen Optionen. Um das Vertrauen der jungen Generation in die Rente muss jetzt geworben werden. Sie muss sich sicher sein, für ihre Alterssicherung nicht zum Roulette-Spielen auf dem Kapitalmarkt geschickt zu werden. Auch bei der Rendite ist die gesetzliche Rente besser als jede private Versicherung." "Wenn die Politik heute die Weichen für die Zukunft stellt, ist ein höheres Rentenniveau bezahlbar: Gesamtgesellschaftliche Aufgaben dürfen nicht länger aus Beitragsmittel bezahlt werden, der Arbeitsmarkt muss in Ordnung gebracht, prekäre Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden" ergänzte Lisa Wüst, Organisationssekretärin des DGB in der Region. "Mit uns wird es keine weitere Anhebung des Rentenalters geben. Wir sind die einzige sozial-politische Institution, die ein zukunftsfähiges und umsetzbares Rentenkonzept vorgelegt hat", so Lisa Wüst weiter. 

Autor: Dr. Ulf Immelt


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